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BafaBafa

Unterkategorie
Interkulturelles
Dauer
über 1 Stunde
Teilnehmeranz.
20 - 40
Alter
0 - 0
Material
Bezeichnung
Anzahl
Variiert mit TN-Zahl
Wo kann man die Aktion machen?"
  • Kleingruppenräume
Ziele: Was soll mit der Methode erreicht werden?
Kulturelle Unterschiede und Respekt vor dem »Anderssein« selbst zu erfahren und bewusst zu machen.
Kurzbeschreibung: Worum geht's?
Bafa Bafa als Methode, Fremdheit, kulturelle Unterschiede und Respekt vor dem »Anderssein« selbst zu erfahren und bewusst zu machen. In dieser Übung wird im Rollenspiel das Aufeinanderprallen zweier Kulturen simuliert.
Ablauf: Beschreibe genau die einzelnen Schritte! Mach Zeitangaben, gib Aufgabenstellungen etc
Hinweis: der eine Raum sollte kuschelig und der andere eher kühl wirken.

1. Ziel der Übung ist es, die Regeln, Werte und Normen der jeweils anderen Kultur herauszufinden.
2. Gruppenaufteilung in zwei Gruppen (zwei Kulturen)
3. Erklärung der Übung und der jeweiligen Regeln
4. Einüben der »kulturellen« Regeln in den jeweiligen Kleingruppen in zwei unterschiedlichen Räumen (kulturelle Regeln siehe Anhang). Wichtig ist, daß beide Gruppen einen Spielleiter haben, der die aufkommenden Fragen beantworten kann und die Regeln verdeutlichen kann.
5. Hauptphase: Im einem vorgegeben zeitlichem Rhythmus wird eine Delegation von jeweils drei Besucher/-innen zwischen den Kulturen ausgetauscht, die die Aufgabe hat, die jeweils andere Kultur zu beobachten und möglichst viel über die Kultur in Erfahrung zu bringen. Die Teilnehmer/-innen, die in ihrer »eigenen Kultur« verbleiben, haben die Aufgabe, sich entsprechend ihrer »kulturellen Regeln« zu verhalten und Personen, die sich »regelwidrig« verhalten aus dem Raum zu führen. Nach Ablauf der Besuchszeit haben die Mitglieder der Kulturen die Möglichkeit, sich über die Eigenarten der jeweils anderen Kultur auszutauschen und über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Im Anschluss an die »Beratungszeit« werden erneut Besucher/-innen zwischen den Kulturen ausgetauscht. Es sollten alle Teilnehmer/-innen möglichst zweimal die Möglichkeit erhalten, die andere Kultur zu besuchen. 6. Reflexion in den beiden Kulturen unter folgenden Gesichtspunkten:
- Wie habe ich mich als Besucher/-in in der anderen Kultur gefühlt?
•- Wie war es, in die »eigene Kultur« zurückzukehren?
•- Welche Eigenarten sind mir in der anderen Kultur aufgefallen?
•- Was ist das Ziel »meiner Kultur«?
•- Was ist das Ziel der »anderen Kultur«?
•- Wie war es, wenn man einen »Fehler« gemacht hatte und aus dem Raum geführt wurde?
- War es einfach oder schwierig sich in der anderen Kultur anzupassen?
- Zusammenfassung der Regeln der »anderen Kultur«

7. Auswertung in der Gesamtgruppe
Gruppe 1 versucht, die Regeln der Gruppe 2 zu erklären
•Gruppe 2 erklärt ihre Kultur
•Gruppe 2 versucht, die Regeln der Gruppe 1 zu erklären
•Gruppe 1 erklärt ihre Kultur

8. Reflexion der gesamten Übung im Plenum
Welche Erfahrungen konnte ich während der Übung sammeln?
•Welche Gefühle habe ich während der Übung verspürt?
•Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen?
•Lässt sich diese Übung in den Alltag übertragen? Inwiefern?


Regeln für die Nomaden:
- Nomaden haben eine sehr freundlich und sanfte Art
- Freundschaften schließen und pflegen ist sehr wichtig für dieses Volk
- Respekt und Ehre vor Älteren sind oberstes Gebot
- Die Frauen haben das Sagen in diesem Stamm
- Jedes Gruppenmitglied erhält von der Ältesten sechs Karten, um damit Tauschgeschäfte zu machen:
- Getauscht wird nur zwischen zwei Personen
- Tausch: Jeder legt eine Karte (Rückseite nach oben)auf die flache Hand, wenn beide Karten liegen, wird nachgesehen, wer den niedrigsten Wert gelegt hat, gewinnt beide Karten
- Wer keine Karten mehr besitzt, kann maximal sechs neue Karten von der Ältesten erhalten
- Bei identischen Karten: wird beim jeweiligen Tauschpartner eine Karte gezogen und das Ergebnis verglichen
- Bei einer Verhandlung berühren sich die Tauschpartner mind. einmal (nicht die Hand geben)
- Bevor gehandelt wird, reden die Nomaden über allgemeine Themen (Small Talk): Wetter u.ä.
- Auch nach dem Handeln wird ein Small Talk gehalten
- Bevor ein Raum betreten wird, gehandelt wird: Schuhe ausziehen
- Nomaden sitzen auf dem Boden
- Männer werden stets von Frauen angesprochen, niemals umgekehrt
- Allerdings dürfen Männer anderen Frauen stumme Zeichen geben
- Männer können Männer ansprechen
- Beim Geschäft mit der ûltesten gewinnt stets die ûlteste, gleichgültig wie die Karten liegen
- Im Verlauf des Spiels sollte mit jedem Gruppenmitglied einmal gehandelt werden
- Wer gegen Regeln verstößt, fliegt aus dem Raum (wird von mehreren Frauen gemeinsam rausgeführt)
- Besucher dürfen weder Fragen stellen noch Gespräche führen. Wer dagegen verstößt, fliegt aus dem Raum
- Es ist streng verboten Fremden die Regeln der Nomadenkultur zu verraten
- Es geht nicht darum möglichst viele Karten zu erhalten, sondern möglichst viele soziale Kontakte zu schaffen!!!

Die Sesshaften
- arbeiten hart, um durch Kartentausch möglichst viele Punkte für sich selbst zu erzielen
- ihr Ziel liegt darin eine Kartenreihe zu erhalten: ein Spielfarbe (Pik, Karo...), eine Reihe von 7 bis As
- zwei bis drei Karten können jederzeit bei der Bank eingetauscht werden
- Beim Handeln reden die Sesshaften nur über das Geschäft (Kartenfarbe, Anzahl, Kartenhöhe), auf keinen Fall über Abschweifendes (z.B. Wetter)
- Das Geschäft beginnt mit einem Handschlag und endet mit einem Handschlag, davor und danach wird mit Fremden nicht mehr gesprochen
- Brillenträger haben in der Sesshaften-Kultur das Sagen.
- Alle Menschen in dieser Kultur dürfen handeln (auch in Gruppen), aber der Tausch muss von mind. einem Brillenträger per Handschlag (wieder am Anfang und am Ende) mitbesiegelt werden.
- Gehandelt wird folgendermaßen:
- Die Geschäftspartner können handeln (feilschen). Sie halten die Karten, welche sie loswerden wollen hoch und sagen, welche Karte sie gerne hätten. Das kann auch 2:1 oder ähnlich sein.
- Beim Handeln bleiben alle Geschäftspartner stehen
- Wichtig ist lediglich, dass ein Brillenträger dabei ist, der das Ganze besiegelt.
- Abgesehen von dem Handschlag, ist es untersagt sich zu berühren. Wer dagegen verstößt, fliegt aus dem Raum.
- Solange Gäste im Raum sind, darf nicht gesprochen werden (außer beim Handeln die bestimmten Begriffe)
- Die Sesshaften rennen permanent durch den Raum und bleiben lediglich zum Handeln stehen und verneigen sich vor den Brillenträgern (jedes Mal, wenn sie direkt einen treffen)

ursprünglich eingetragen von: anja.schlingmann@kljb-osnabrueck.de
Schlagworte
Anhang
Aufwand
mittel
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