Wer macht welche Arbeit? Bewertung und Entlohnung von Berufen und Tätigkeiten

Unterkategorie
genderorientierte Jugendarbeit
Dauer
über 1 Stunde
Teilnehmeranz.
10 - 30
Alter
16 - 25
Material
Bezeichnung
Anzahl
Variiert mit TN-Zahl
Stifte
10
ja
Kleber
4
ja
Kärtchen mit 10-12 Berufen (5x)
50
ja
Arbeitsanweisungen
8
ja
Wo kann man die Aktion machen?"
  • Seminarraum
Ziele: Was soll mit der Methode erreicht werden?
Sensibilisierung für strukturelle Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt aufgrund von Geschlecht durch geringere Entlohnung. Anerkennung etc. von weiblich konnotierten Berufsfeldern.
Kurzbeschreibung: Worum geht's?
Einschätzung Berufe mit Berufskärtchen, versteckter Arbeitsauftrag, Diskussion im Plenum, Kleingruppenabeit
Ablauf: Beschreibe genau die einzelnen Schritte! Mach Zeitangaben, gib Aufgabenstellungen etc
Die Teilnehmer-innen werden in drei Gruppen aufgeteilt und erhalten die vorbereiteten Berufskärtchen. Jede Kleingruppe soll die Kärtchen entsprechend ihrem Arbeitsauftrag in eine bestimmte Reihenfolge bringen und die Karten entsprechend aufkleben. Jede Gruppe erhält einen anderen Arbeitsauftrag (der zunächst nicht verraten werden soll):
- "Welche Berufe findet ihr besonders wichtig?" (das Wichtigste oben und das Unwichtigste unten)
- "Wie viel wird in den jeweiligen Berufen verdient?" (den höchsten Verdienst oben und den niedrigsten verdienst unten)
- "Welche Berufe haben ein besonders hohes gesellschaftliches Ansehen?" (das höchste Ansehen oben und das geringste Ansehen unten)

Auf separaten Karten sollen die Teilnehmer-innen die Gründe für die von ihnen gewählte Reihenfolge sammeln.

Anschließend werden die Kartenreihen nebeneinander an die Wand gehängt, ohne zu verraten welcher Arbeitsauftrag damit verbunden ist. Die TN schauen sich die Reihen an und versuchen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden. Im Anschluss können Vermutungen über die Arbeitsaufträge geäußert werden. Danach präsentieren alle drei Gruppen nacheinander ihren Arbeitsauftrag und ihre Begründung für ihre Reihenfolge. Die Ergebnisse werden daraufhin erneut diskutiert. (Ziel: Aus-einandersetzung über gesellschaftliche Wertigkeit und Entlohnung von Tätigkeiten.)

Die Teilnehmer-inn-en werden in zwei Kleingruppen eingeteilt und erhalten erneut die Berufskärtchen. Diese sollen
- nach dem Anteil der in ihnen tätigen Frauen (niedrigster Anteil oben und höchster unten)
- nach dem Anteil der in ihnen tätigen Migrant-inn-en (niedrigster Anteil oben und höchster unten) sortiert werden.
Im nächsten Schritt überlegen sich die Teilnehmer-innen mögliche Gründe für einen hohen bzw. niedrigen Anteil auf Kärtchen.

Die beiden Reihen werden wieder kommentarlos nebeneinander gehängt und von den Teilnehmer-innen miteinander verglichen. Im Anschluss präsentieren die Kleingruppen ihr jeweiliges Kriterium und ihre Beweggründe. Nun können im Plenum die gemeinsamen und spezifischen Ursachen für einen hohen bzw. niedrigen Anteil von Frauen und Migrant-inn-en gesucht werden. (Besonders die Frage, wie sich die strukturellen Diskriminierungen auswirken, sollte diskutiert werden.

Zusätzliche Fragen die diskutiert werden können:
- Gibt es Parallelen zwischen dem Anteil von Frauen/ Migrant-inn-en und der Reihenfolge der Entlohnung?
- Wie hängen die gesellschaftliche Wertschätzung und der Anteil von Frauen/ Migrant-inn-en zusammen?
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Bedeutung von Tätigkeiten und dem Anteil von Frauen/ Migrant-inn-en ?
- Was würde passieren, wenn es bestimmte Berufe gar nicht mehr gäbe?
- Wie könnten die Ursachen für die Benachteiligung von Frauen und Migrant-inn-en abgebaut werden?

Quelle:
Geschlechterreflektierende Bildungsarbeit, Kapitel 5.4.1.1
Schlagworte
Gender, Berufe, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen, Migrant-inn-en, Diskussion
Anhang
Aufwand
viel
Keine Kommentare